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Prächtige Puppengesellschaft
"Der kleine Muck" im Fundus Theater beendet das Kindertheater-Festival

ot Hamburg - Das wäre schon etwas Feines, solche Pantoffeln, mit denen man im Nu an einen anderen Ort flitzen kann. Oder ein Stab, der einem verborgene Schätze anzeigt. Aber wahrhaftig nützen können die Rennpuschen nur dem, der auch weiß, wohin er will. Der kleine Muck weiß es. Er nämlich will dorthin, wo er sein Glück machen kann.
Das aber ist für den buckligen, zu klein geratenen Jungen gar nicht so einfach, wie man von Wilhelm Hauff weiß - oder wie es das Figurentheater Ambrella & Co. fesselnd zeigt: Dessen Puppenversion verwandelte im Fundus Theater einen quietschigen Kinderhaufen in eine hypnotisiert schweigende Zuschauermenge. Farbenprächtig und raffiniert im Detail ist die Stabpuppengesellschaft. Jürgen Maaßen, der sie kreierte, führt sie gemeinsam mit Heike Klockmeier virtuos auf kleiner Guckkastenbühne durch das orientalische Kunstmärchen. Beide greifen auch gelegentlich offen sichtbar ins Spiel ein und schaffen so zusätzlichen Spannungsreiz zu ihren filigranen Geschöpfen. Dazu begleiten sie sich auf der Trommel und mit eingängigen Melodien (Musik: Karl-F. Parnow-Kloth).



Ihre kleinen Zuschauer und die Geschichte ernst nehmend, illustrieren die Akteure in der Regie von Dörte Kiehn, wie dem Mutigen das Leben gelingen kann. Schließlich hat der kleine Muck, der als Waise durch die Welt zieht, zwar auch Glück, als ihm Pantoffeln und Stab in die Hände fallen. Aber gegen den schweinefetten König, die bohnenstangigen Palastwachen und den rattennasigen Schatzmeister hätte er keine Chance, wäre er nicht pfiffig und eben mutig.

Mit dieser ausverkauften Premiere endete das Festival der Hamburger Kinder-Theater im Fundus Theater, das zu Beginn der Woche einen eher schwachen Zuspruch verzeichnete. Aber das lag wohl am Wetter. Die Stücke jedenfalls boten ein Bonbon nach dem anderen.


Wolfsburger Nachrichten, 20. 9. -99

Hamburger Figurentheater zeigte Aufführung des "Kleinen Muck" von Wilhelm Hauff im Antoniensaal von Schloß Wolfsburg
Wie der König Eselsohren bekam und wie der bucklige Junge klug ward

Dicht gedrängt saßen die Mädchen und Jungen am Sonntag mit ihren Eltern im Antoniensaal des Wolfsburger Schlosses. Das Hamburger Figurentheater "Ambrella" führte dort eine Inszenierung des Märchens "Der kleine Muck" von Wilhelm Hauff auf.
Wegen seiner buckligen Gestalt wurde der kleine Muck in seinem Dorf oft verspottet und wuchs recht isoliert auf. Nachdem sein Vater jedoch gestorben war, zog er alleine los, um sein Glück zu finden. Seine erste Station machte er in einer großen Stadt, wo er Fremden diente. Dort blieb er nicht lange, sondern setzte mit Zauberpantoffeln, mit denen er pfeilschnell laufen konnte und einem Stöckchen zum Finden von Schätzen seine Tour fort. Als "Schnelläufer" heuerte er beim König an. Als dieser jedoch meinte, von ihm bestohlen worden zu sein, sperrte er ihn in den Kerker.

Wenn auch ohne Zauberpantoffeln und Stock, so gelang es dem kleinen Muck doch, wieder in die Freiheit zu gelangen. Dort aß er von zwei Feigenbäumen. Die einen Feigen ließen ihm Eselsohren wachsen, mit Hilfe der anderen verschwanden sie wieder. Das brachte ihn auf die Idee, wie er seine Zauberpantoffeln und den Stock wiederbekommen könnte. Er ging zum König und verkaufte dessen Schatzmeister Feigen.
Kurz nachdem die beiden und die Königstochter davon gegessen hatten, wuchsen ihnen Eselsohren. Ein Gegenmittel wollte der kleine Muck nur verabreichen, wenn er seine Schätze zurückbekäme. Doch nur die Tochter erhielt eine Feige. Die beiden Männer behielten die Eselsohren und der kleine Muck zog mit seinem Eigentum zurück in die Heimat.

Dass den Kindern im Antoniensaal das Stück mit dem listigen Wicht und dem dicken König gefiel, war offensichtlich. Mit Begeisterung waren sie dabei und gaben dem kleinen Muck Ratschläge, wie er sich aus dem Kerker befreien sollte. Groß waren ihr Gelächter und ihr Beifall zum Schluss, als der König seine Strafe erhielt und mit Eselsohren weiterleben musste. bj


Die Norddeutsche, 23. 2. 2002

Auf der Suche nach dem großen Glück

Theaterstück "Der kleine Muck" beim Familiensonntag im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus

Von Marina Köglin

Vegesack: Mit 16 Jahren kaum größer als ein Meter, ein Buckel und ein viel zu großer Kopf - eine Menge Handicaps für einen heimatlosen Waisenjungen. "Der kleine Muck" aber glaubt trotz aller Schicksalsschläge unbeirrt an sein Glück. Zweimal spielten Heike Klockmeier und Jürgen Maaßen vom Ambrella Figurentheater aus Hamburg das bekannte Märchen von Wilhelm Hauff beim Familiensonntag vor begeistertem Publikum im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus.
Von seiner bösartigen Verwandtschaft vertrieben landet der kleine Muck zunächst bei der Katzenfreundin Ahavzi, wird jedoch auch von deren zahllosen Katzen unendlich schikaniert. "Hau doch einfach ab", rieten die kleinen Zuschauer. Und genau das tut der kleine Muck auch und reißt sich bei der Gelegenheit auch Ahavzis Pantoffeln unter den Nagel.

Diese Pantoffeln sind nicht nur hübsch, sondern auch magisch - sobald er sich dreimal um sich selbst dreht, bringen sie den kleinen Muck blitzschnell dorthin, wohin er will.
Zum Beispiel an den Hof des Sultans. Die Kinder verfolgten mit Spannung, wie der kleine Muck dort dank seiner magischen Pantoffeln nicht nur zum Oberschnelläufer wird, sondern auch zum erklärten Liebling der schönen Prinzessin. Das passt dem rattengesichtigen Schatzmeister Ahuli gar nicht. Er ersinnt eine Intrige, und der kleine Muck landet im Kerker. Doch nicht lange - Ahuli muss die schmerzliche Erfahrung machen, dass andere Menschen genauso listig sein können wie er: Der kleine Muck erhält seine Freiheit zurück und mit Hilfe einiger magischer Feigen verpasst er dem Sultan und seinem Schatzmeister stattliche Eselsohren.
Heike Klockmeier und Jürgen Maaßen erzählten die Geschichte vom kleinen Muck mit viel Humor, so wurde der Aufbau des Sultanpalastes zu einer kleinen, kurzweiligen Choreographie. Für einprägsame Bilder sorgte das wunderschöne Bühnenbild. Die zauberhaften und liebevoll ausgestatteten Figuren hat Jürgen Maaßen als professioneller Ausstatter für Figurentheater selbst gefertigt. Doch nicht nur im Theatersaal, sondern im gesamten Bürgerhaus gab es beim Familiensonntag eine Menge zu entdecken.


Nordbayerische Nachrichten, 23. 10. 2003

Mit orientalischem Schluss
Achte Puppentheaterwoche endete mit dem "Kleinen Muck" geboten vom Figurentheater Ambrella

Acht ausverkaufte Vorstellungen, insgesamt 800 Besucher, zum Abschluss mit dem "kleinen Muck" noch ein wunderbares Beispiel für klassisches Puppentheater - die achte Forchheimer Puppentheaterwoche war ein voller Erfolg.
Die künstlerisch wie auch beim Publikum erfolgreichen Vorgängerinnen der vergangenen Jahre vor Augen ist man fast geneigt zu sagen: wie immer. Selbstverständlich ist das nicht und in den Tagen der Puppentheaterwoche wünscht sich vielleicht mancher Freund oder Familienangehörige des Organisators Harald Kramer eben nicht dessen Freund oder Familienangehöriger zu sein, denn damit alles flutscht, spannt Kramer ein, wen er nur in seine Finger bekommen kann.
Im Übrigen gilt für ihn die abgewandelte Herberger-Maxime, nach der "nach der Puppentheaterwoche gleich vor der Puppentheaterwoche" ist. Die Hälfte des Programms fürs nächste Jahr steht bereits, die andere Hälfte will Kramer bis spätestens Weihnachten unter Dach und Fach bringen. Eile ist geboten, denn "die besten Bühnen sind gefragt" und nur die will Kramer für sein Festival haben.
Der Orient ist deutsch. Bevölkert von Sultanen, schönen Sultanstöchtern, Schnelläufern und hinterlistigen Wesiren. Eine oasengesprenkelte Sandlandschaft unter der ewigen Sonne, ein Ort der Wunder, an dem vieles möglich ist.
Der schwäbische Romantiker Wilhelm Hauff, Schöpfer des Kalif Storch und des Zwerg Nase, erdachte sich diese Geschichte des kleinen Muck, der in die Welt hinauszieht, um sein Glück zu machen. Das "Figurentheater Ambrella" aus Hamburg hat das Kunstmärchen für das Puppentheater bearbeitet. Ein Stück, in dem die Puppenspieler Heike Klockmeier und Jürgen Maaßen so ziemlich alles in die Hände nehmen, was es an von unten geführten Puppen gibt, ob Stab- Hand- oder Fingerpuppen.




Sogar ein Schattenspiel ist integriert: eine Traumsequenz, die dem kleinen Muck den Weg zu Wunderpantoffeln und einem Schatzsucherstöckchen weist.


Puppen vom Bildhauer
Der Abwechslungsreichtum bei den eingesetzten Puppen, die wunderschöne und auch schön skurrile Gestaltung, sie kommen nicht von ungefähr:
Jürgen Maaßen ist von Haus aus kein Puppenspieler, sondern Bildhauer und einer der bedeutendsten Puppenbauer in Deutschland.

Gespielt wird beim "Figurentheater Ambrella" auf mehreren Ebenen, die durch räumlich versetzte und verschieden hoch gespannte Tuchkulissen erreicht werden. Die Bühne wird so sehr tief und erweckt den Eindruck der sich ins Unendliche fortsetzenden Landschaft.
Wohl nur der, der schon einmal in der Wüste war, kann ermessen, mit welcher Kunstfertigkeit die Hamburger die Wüstenlandschaft auf die Bühne bringen, wie sie das Licht, die Effekte und Farben, die Wüsten zu den wunderbarsten Orten auf diesem Planeten machen, wiedergeben, indem sie ihre Tuchkulissen überaus aufwendig einfärben.
Eine Schöne Nutzung dieser dreidimensionalen Bühne ist die Verwendung von Figurendubletten. Kleinere Figuren werden auf einer hinteren Ebene entlanggeführt und erwecken so den Eindruck einer am Horizont verschwindenden Person.

"Der kleine Muck" hat alles: Witz, Charme, Exotik, Spannung, Liebe im Detail und eine souveräne Anbindung an eine Wirklichkeit, die Intrigen und die Launen der Mächtigen, Gott sei`s geklagt, ebenso kennt wie die Märchenwelt. Leider steht uns Bewohnern der kalten Nordländer eher selten ein Feigenbaum im Weg, der uns befähigt, den Mächtigen und Miesen Eselsohren an den Schädel zu zaubern.
Alexander J. Wahl


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